Weihnachten + Neujahr
Die Tage vor Weihnachten habe ich
in Mafikeng (Nord-West-Provinz) verbracht und nochmal eine ganz andere Seite
von Süd-Afrika kennen gelernt. Meine Gastfamilie hat mir viel über die
Tswana-Kultur und die Geschichte Süd-Afrikas erzählt und mich sehr herzlich
aufgenommen! Außerdem haben sie mit mir einen Trip zum Mafikeng Nature Reserve
unternommen (drittes Tier der BIG 5 - check!) und es mir etwas leichter gemacht
mich wieder an die Zivilisation zu gwöhnen:) Ein bisschen traurig war ich
dann aber schon als sie mir verkündet haben, dass sie kein Weihnachten
feiern...
Umso schöner war es dann an
Heilig Abend einen Anruf von zu Hause zu bekommen, "Ihr Kinderlein
kommet" vorgetragen zu bekommen und jedes Geschwisterle mal am Telefon zu
haben:)
Außerdem kamen am 25. Dezember
meine Eltern!
Mit zwei rießen Koffern voller
Spenden (Fußbälle, Rucksäcke, Mützen, Stifte, Taschenlampen & Co.) und ganz
vielen kleinen + großen Überraschungen!
Als ich im Hotelzimmer Mamas
Koffer aufgemacht habe, sind mir nicht nur Laugenweckle, Bretzeln, Gsälz,
Maultaschen und weitere deutsche Leckereien entgegen gepurzelt (meine Mama ist
eine kleine Schmugglerin!), sondern auch viele liebe Briefe und Geschenke von
zu Hause! Ich hab mich so gefreut, danke! ♥
Am nächsten Morgen wurden die
Spenden bei meiner Gastmama in Waterloo abgeliefert und dann ging die
zweiwöchige Tour durch Süd-Afrika los!
Über die Drakensberge, den Vaal
Dam und das Suikerbos-Nature Reserve ging es nach Johannesburg. Von da aus mit
dem Flugzeug nach Kapstadt. Hier haben wir ein extrem stürmisches Neujahr
verbracht (auf dem Signal Hill oben hatten wir das Gefühl, dass unser Auto
gleich abhebt!) und fest stellen müssen, dass private Feuerwerke in Süd-Afrika
verboten sind. Das große Feuerwerk an der V&A Waterfront war dafür umso
schöner!
Eine Stadtrundfahrt, eine Tour
zum Cape of Good Hope runter (das Wasser war eiskalt!) und Kässpätzle machen
waren die großen Highlights! Außerdem hat meine Mama ganz früh morgens eine
weiter Überraschung parat gehabt: Sie hat leckeren Hefezopf gebacken - einfach
genial!
Über Stellenbosch, wo wir mehrere
Weinproben und super Weinberg-Aussichten genossen haben, ging es dann die
Garden Route hoch über Virginia und Jeffrey's Bay. Das "Mekka der
Surfer" in Süd-Afrika war wirklich super und der Strandspaziergang am
Abend einfach schön. Von Port Elizabeth ging unser nächster Flieger dann wieder
zurück nach Durban.
Von da aus in den Norden von
KwaZulu-Natal nach Hluhluwe (nur zwei Stunden von meinem ehemaligen Einsatzort
Manguzi entfernt). Eine siebenstündige Safari durch den Hluhluwe-Imfolozi Game
Park, einen Ausflug nach Sodwana-Bay (wunderschöne Bucht am Indischen Ozean)
und einen Abstecher nach Manguzi haben meinen Eltern einen kleinen Einblick
über meine letzten drei Monate in Süd-Afrika gegeben.
Den letzten Abend haben wir dann
in einem wunderschönen Hotel an Durban's North Beach verbracht und bei einem
leckeren Abendessen plus Rock Shandy die gemeinsamen zwei Wochen ausklingen
lassen.
Abgesehen von einer etwas
gewöhnungsbedürftigen Backpacker Unterkunft (die in Süd-Afrika nicht wirklich
zu empfehlen sind...) hatten wir super schöne Unterkünfte, ob mit oder ohne
Strom, leckeres Essen, tolle Sonnenuntergänge und -aufgänge, viele Afrika-Erlebnisse
(samt unfreiwilliger Fahrt durch Downtown Soweto und BIG 5 Experience) und
ganz viel Spaß!
Hillcrest
Bevor meine Eltern dann dienstags den Heimweg angetreten haben, haben sie mich noch an meinem neuen Einsatzort in Hillcrest abgesetzt um sicher zu gehen, dass dieses Mal alles in Ordnung geht.
Wir wurden sehr herzlich mit Kaffee und Kuchen empfangen und haben das Aids-Zentrum in dem ich teilweise arbeiten werde besichtigt.
Nicht nur meine Arbeit hier (v.a. werde ich die Kirche in der Kinder- und Musikarbeit unterstützen), sondern auch meine Lebensumstände unterscheiden sich komplett von Manguzi!
Hillcrest hat ca. 100.000 Einwohner, ist eine wohlhabende Gegend und wird vor allem von weißen Süd-Afrikanern bewohnt.
Ich wurde sehr herzlich von meiner Gastfamilie aufgenommen und habe ein rießen Zimmer mit eigenem Bad und eben ganz viel Luxus drum und dran.
Es fällt mir noch etwas schwer mich an diesen Luxus zu gewöhnen und vor allem ihn zu genießen, wenn ich an die Creche-Kids in Manguzi denke. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich in diesem Land sind einfach gewaltig und überwältigen mich immer wieder auf das neue...
Genaueres über meinen Einsatzplan weiß ich leider noch nicht, mir wurde aber versprochen, dass ich mit in die umliegenden armen Dörfer fahren darf und dort Projekte (Creches, Vorschulen) unterstützen darf die von der Hillcrest Methodist Church ins Leben gerufen wurden.
Die letzten zehn Wochen gehen bestimmt im Flug vorbei und ich freu mich schon sehr auf viele neue Erfahrungen und bin gespannt was hier noch alles auf mich wartet.