Freitag, 28. September 2012

Beobachtungen in Süd-Afrika...

Mülleimer/Müllabfuhr/Müllrecycling existieren nicht – aller Müll wird zwar irgendwie gesammelt, aber das auf einer „Feuerstelle“ und der komplette Müll, egal ob Plastik, Glas, Papier, Gras, Karton wird zusammen verbrannt. Wenn grad keine „Feuerstelle“ in der Nähe ist, schmeißt man den Müll eben auf den Boden…und da liegt er dann eben…

 

Haustiere – jeder besitzt mindestens ein Huhn und einen Hahn, welche für unendlich viel Nachkommen sorgen und somit verhindern das man länger wie 5:00 Uhr schlafen kann (es sei denn man besitzt Oropax:))…

 

Verkehrsteilnehmer – von vollbeladenen Taxis, über noch vollbeladenere Pick-Ups, die sowohl Mensch, Tier als auch Einkäufe jeglicher Art mitnehmen bis hin zu Ziegen, die einfach überall rumlaufen und im Müll stieren. Diese verschwinden dann aber relativ schnell wenn ein herumstreunender Hund auftaucht…

 

Telefon/Handy – egal in welcher Situation man sich befindet, das Handy bleibt laut und jeder Anruf wird entgegengenommen. Ob man in einer Lehrerbesprechung ist oder gerade Unterricht macht, das Handy bleibt an und wird nach Belieben benutzt…

 

Zeit/ Pünktlichkeit – pünktlich ist selten jemand, und so kommt es das Lehrerbesprechungen mitten am Unterrichtstag auch mal über eine Stunde gehen und die Schüler in der Zeit durch die Gegend springen und „Pause“ haben. Eine Sitzung die für 17:00 Uhr angesetzt ist und 10 Minuten gehen soll, beginnt um kurz vor 18:00 Uhr und geht bis 19:30. Auf Hochzeiten die um 10:00 Uhr anfangen sollen, wartet man um 12:00 Uhr noch auf die Braut und die letzten Gäste kommen sogar noch nach der Braut um kurz vor 13:00 Uhr an…

 

Essen – wenn dir Essen angeboten wird, musst du essen! Egal ob du eine Stunden davor erst Mittag gegessen hast, dann gibt es jetzt halt das „zweite Mittagessen“…

 

Direktheit – wenn jemand direkt ist, dann sind es die Süd-Afrikaner! „Geh joggen, sonst wirst du fett Franzi!“ (Danke liebe Gastmama für die Erinnerung:))…

 

 

Wie ihr raus lesen könnt, hab ich schon einiges mitbekommen von dem was hier so abgeht. Echt interessant und vor allem das ein oder andere mal lustig…bisschen schockiert war ich dann aber schon, als die Lehrerin mit der ich zusammen unterrichten sollte plötzlich während des Unterrichts eingeschlafen ist… So langweilig war es nämlich gar  nicht, es waren schließlich die Prüfungsbesprechungen dran…

 

Oh, Süd-Afrikaist sowas von vielseitig und facettenreich, unglaublich!:)

 

 

 

 

 




Samstag, 22. September 2012

Die erste Woche in KwaNgwanase

 

 

 

 

                Endlich komm ich dazu den Blog zu aktualisieren!

Sorry, für die Verspätung:)

Nachdem ich letzten Mittwoch (12.09.) nach einer fünf-stündigen Autofahrt von Durban hier nach KwaNgwanase (das Dorf nennt sich Manguzi) gebracht wurde,
hat mich der Kulturschock erst mal voll in Anspruch genommen! Ich wurde zwar von einem wirklich herrlichen ersten Sonnenuntergang in Empfang genommen, aber etwas überfordert war ich am ersten Tag schon…
Die Region ist nämlich sehr arm, es gibt viele AIDS-Kranke und die Gegend ist zudem sehr ländlich. Ich bin also wirklich im „Busch“ gelandet, nur ca. 15 Minuten von der Grenze zu Mosambik entfernt.
Meine Gastfamilie besteht aus einer Pastorin, und ihrer 30jährigen Tochter. Da die beiden aber nur zwei Schlafzimmer im Haus haben, bin ich in einem separaten Haus untergebracht, das auf demselben Gelände liegt. Hier „behause“ ich ein kleines Zimmer, welches spärlich aber zweckgemäß eingerichtet ist. Ein Tisch, zwei Plastik-Stühle, ein Bett und einen Schrank.
Ich hab es mir versucht so wohnlich wie möglich einzurichten, und ein paar Bilder aus der Heimat und von meinen Lieben können hier wirklich Wunder bewirken!:)
Das Bad teile ich mir mit einer Frau und ihrem 3jährigen Sohn und einem weiteren Jugendlichen, der im Haus wohnt und noch Schüler ist.
Leider achtet niemand so recht auf die Sauberkeit und Hygiene im Bad, deshalb musste ich erst mal Hand anlegen und alles putzen.
Es gibt eine „Dusche“ die über heißes Wasser verfügt, aber meistens etwas spinnt. Man gewöhnt sich aber daran! Außerdem musste ich lernen meine Wäsche von Hand zu waschen,dafür muss man dann eben auch mal um 5:00 Uhr fit sein und aus dem kuscheligen Bett raus, was aber kein Problem ist, da die vielen Hühner und Hähne hier sowieso ab 4:00 Uhr Radau machen!
Mit den Elekrizitätsproblemen hab ich dank mehreren Stromausfällen auch schon Bekanntschaft machen können, aber dann läuft eben jeder mit einer Kerze in der Hand durch die Gegend!:)

Das Wetter ist noch relativ wechselhaft. Wir hatten viel Regen in der letzten Woche, die letzten beiden Tage wurde es aber richtig heiß. Der Sommer kommt also und mit ihm leider auch die vielen vielen Moskitos, Krabbelviecher und Eidechsen.

Zu meiner Arbeit:
Montags und Dienstags bin ich in der „Manguzi Primary School“ (Klasse 1 – 7) und unterrichte in vier Klassen (1,2,3,5) Englisch.
Mittwochs und Donnerstags bin ich in einer Kindertagesstätte bzw. Vorschule und unterrichte ebenfalls Englisch, bzw. versuche den kleinen spielerisch die neue Sprache beizubringen.
Die Kids sind alle extrem süß, und es ist einfach knuffig wenn 30 Kids eng aneinander gekuschelt auf einer Matratze ihren Mittagsschlafen halten:)
Außerdem darf ich an diesen Tagen morgens in der Suppenküche helfen, die im gleichen Gebäude ist und die sehr armen Schüler der Primary School mit Frühstück versorgt.
Freitags bin ich dann im „Ahihhanyeni Community Project“ tätig, eine Organisation die es sich zur Aufgabe gemacht hat sich um die ganz armen, kranken und hilflosen Menschen in der Region zu kümmern. Hierzu haben sich wohlhabendere, professionell ausgebildete Ärzte und Andere zusammen gefunden um für ihre Region da zu sein!
Ich werde hier in der Administrations- und Büroarbeit helfen, darf aber auch manchmal mit in die Krisengebiete um die Situation kennen zu lernen und selbst Hand anzulegen.
Vor allem wird es aber meine Aufgabe sein per Internet Sponsoren für dieses Projekt zu finden, da sie kaum welche haben.
Ich denke hier kommt sehr viel Neues auf mich zu, deshalb darf ich weiterhin gespannt sein!

Die Kultur ist vor allem von viel Rhythmus, Gesang und Getrommel geprägt. Es wird eigentlich fast immer und überall gesungen, was mir ziemlich gefällt!:)
Auf einer traditionellen Hochzeit hab ich dir Kultur gleich am dritten Tag hautnah miterlebt und das war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.
Gesprochen wird hier Zulu, die Eingeborenensprache. Ich bin dabei die Sprache zu lernen, da sie mir vor allem im Umgang mit den Kindern, die fast nur Zulu sprechen, helfen wird.
Die Schnalz-, Schmatz- und Klicklaute bereiten mir aber noch etwas Kopfschmerzen;)

Manguzi ist verhältnismäßig groß und es gibt einige Läden in denen man seine Lebensmittel einkaufen kann, außerdem gibt es unzählig viele „Straßenverkäufer“ die einem alles möglich andrehen wollen.
Von selbst gebackenen Brötchen über Handy-Ladekabel hin zu irgendwelchen „interessanten“ Diskobeleuchtungen.
Außerdem gibt es (wie eigentlich überall auf unserem Planeten…) einen KFC, in dem es echt leckeres Eis gibt, das ich heute das erste Mal genießen durfte:)
Der Boden ist überall ziemlich sandig, die Hauptstraße ist aber ziemlich neu und geteert.
Zum Grundstück der methodistischen Kirche auf dem ich wohn führt eine holprige, mit vielen Löchern versehen Sandstraße die wirklich zum Erlebnis wird,
wenn es regnet und man eher runter“schwimmt“ als fährt;)
Ah, das Autofahren ist hier übrigens auch interessant: Man benutzt eigentlich nur zwei Gänge, man fährt im zweiten an und beschleunigt dann eben so lange bis man in den vierten schalten kann…
ob das dem Auto wirklich gut tut bezweifle ich;)


So, das waren meinen ersten Eindrücke.
Ich hoffe ich kann bald mal wieder ein Update online stellen. Aber da mein Internetstick nur sehr langsam und auch ziemlich teuer ist, kann das noch ein bisschen dauern.
Entschuldigung schon mal dafür!

Liebe Grüße aus Süd-Afrika!:)

 

 

Dienstag, 11. September 2012

Welcome to South Africa! (Johannesburg)

Nach einer 24-Stunden-Reise über den Stuttgarter Hbf, Frankfurter Flughafen, Dubai und schließlich Johannesburg bin ich gestern Abend endlich in Süd-Afrika angekommen!
Die ersten Eindrücke waren geprägt von einem ziemlich verrückten Verkehr (Linksverkehr; vollbeladenen Taxis, die aussehen als ob sie gleich zusammen brechen und querbeet über die Straßen fahren; 80km/h in Wohngebieten; einem Straßen-Wirrwarr, von dem man Kopfweh bekommt), hohen Zäunen und vergitterte Fenster und Türen an jedem Grundstück und ziemlich staubiger Luft.

Den ersten Tag heute haben wir dann mit Sight-seeing in Johannesburg verbracht.
Wir waren auf dem höchsten Gebäude in Süd-Afrika (Carlton Center), sind über die Mandela-Brücke gefahren, waren in Soweto einem Stadtteil in dem Nelson Mandela lebte, waren in Mandelas Haus und haben dort eine "Führung" (das Haus besteht aus einem rießen Zimmer) gemacht und sind dann zum Mittagessen nach Sandton (Buisness- und Bankdistrikt von Johannesburg) gefahren und haben dort am  Nelson-Mandela-Squre leckere Sandwiches gegessen. Durch das Township Alexandra ging es dann wieder zurück nach Hause.

Johannesburg ist wirklich eine beeindruckende Stadt, in der man wirklich alles findet. Unser Tag war geprägt von Gegensätzen, nach dem ziemlich noblen Sandton-Distrikt sah das Township noch ärmlicher aus, als es in Wirklichkeit ist. Trotzdem war es wunderschön zu sehen, wie sich die Menschen durch Musik, Gespräche und Gelächter ihre Tage aufheitern. Man merkt trotz dem Ende der Apartheid, dass weiße und farbige Menschen noch getrennt Leben und auch getrennt arbeiten und essen. 

Morgen geht es für mich via Inland Flug auf nach Durban und von da aus, werd ich dann mit einem Auto fast zur Grenze nach Mosambik hoch gefahren, wo ich die nächsten 7 Monate leben werde. Nähere Infos über den Ort und die Gastfamilie habe ich aber immernoch nicht...es bleibt also spannend!:)


Blick über Johannesburg
(die staubige Luft ist hier normal, wegen der vielen Mienen die drumherum betrieben werden)

Auf dem Mandela-Grundstück, gibt es eine Backsteinmauer, die Grunsätze Mandelas fest hält
(Courage, Equality, Freedom, Liberation,...)

  
"No serious or responsible leader, gathering or organisation of the African people has ever accepted segregation, seperation or the partition of this country in any shape or form."
Nelson Mandela, 1959

 In der nähe von "Soccer City", extra für die WM 2010 eingerichtet

Großraum-Taxis wohin das Auge reicht

Eindrücke



Johannesburg-Overview vom 50. Stockwerk des Carlton Centers


Montag, 3. September 2012

Süd-Afrika und KwaZulu

Süd-Afrika

In Süd-Afrika leben ungefähr 51 Millionen Menschen, welche 11 verschiedene offizielle Sprachen sprechen. Mit dem Ende der Apardheit hat in Süd-Afrika ein Reiseboom eingesetzt und der Tourismus wurde zu einem der Hauptwirtschaftszweige des Landes. Unter anderem deshalb ist Süd-Afrika das am stärksten industrialisierte Land Afrikas und besitzt eine gute Infrastruktur. Trotz der exportorientierten Wirtschaft (v.a. Export von Wolle) sind ungefähr 40 % der Bevölkerung arbeitslos.

 

KwaZulu-Natal (Provinz)

Die Kwa-Zulu-Natal Region ist Süd-Afrika's "afrikanischte" Provinz und hat alles was man sich unter dem Kontinent Afrika vorstellt - Strände, Safari Gebiete, Berge und jede Menge afrikanische Kultur. Die KwaZulu-Attraktionen sind aber hauptsächlich Magnete für heimische Touristen.
Durban ist mit 2 Millionen Einwohnern die größte Stadt im KwaZulu-Land und eine der bedeutendsten Industrie- und Handelsstädte an den Küsten Süd-Afrikas.
Obwohl dieser Teil Süd-Afrikas von den Buren bevölkert wurden überwiegt der englische Einfluss auf die Zulu-Bevölkerung, da sich viele englische Einwanderer in dieser fruchtbaren Region niederliesen.
Den größten Teil der Bevölkerung machen die Zulu aus, welche die Bantusprache isiZulu sprechen.