Sonntag, 18. November 2012

Cross-Cultural Thanksgiving

Dieses Wochenende durfte ich mein erstes amerikanisches Thanksgiving erleben…natürlich außerhalb von Amerika, in Süd-Afrika!
Eingeladen von 8 Peace Corps Volunteers aus den USA und der Gastfamilie einer Freiwilligen, hatten wir einen wirklich schönen Samstagnachmittag- und Abend!
Acht Amis, sieben Süd-Afrikaner und eine Deutsche – kein Strom, kein fließendes Wasser, aber eine riesen Küche mit einem Mini-Gasherd…da war was los!

Brianna, unsere Gastgeberin, lebt nur ca. einen 30minütigen „Bakkie-Ride“ (Fahrt auf einem Pick-up mit ausgepolsterter Ladefläche) von Manguzi entfernt und hat uns alle herzlich empfangen.

Jeder hat etwas zum Essen mitgebracht (von Salat, über Apple-Crisps, Cookies und Kässpätzle:)), das meiste wurde aber frisch vor Ort gekocht.
So gab es grüne Bohnen, leckere Brötchen, vier Hühnchen (als Truthahn Ersatz), Erbsen, Kartoffelbrei, Marshmallow überbackene Süßkartoffeln, Apfelkompott, Rote Beete Salat und noch vieles mehr (vielleicht könnt ihr auf dem Teller ja noch etwas ausmachen).

Gegessen wurde draußen, an einer echten „Thanksgiving-Tafel“ mit Kerzen und traditionell geschmückten Wänden (es wurden Sticker angebracht, worauf schreiben konnte für was man dankbar ist).

Es war wirklich eine schöne Runde und mir tat es sehr gut mich mit den Amis austauschen zu können und einfach unter Leuten zu sein!
Nachdem wir alle extrem vollgestopft waren, ging es auf einen kleinen Spaziergang durch einen wunderschönen Gummibaum-Wald, zwischendurch wurde immer wieder Frisbee gespielt oder American Football mit einem improvisierten Rugby-Ball. Dann wurde zusammen abgewaschen, ohne fließendes Wasser eine ganz schöne Wasserschlepperei, und dann wurde einfach zusammen entspannt, geschwätzt oder „Bananagrams“ („It is like Scrabble, only fun!“).

Nachdem es dunkel war wurde es dann richtig kuschelig mit den ganzen Kerzen und Decken die wir gebraucht haben, weil es nach dem extrem heißen Tag empfindlich kalt wurde. Der Toilettengang war auch besonders, da es ja kein fließendes Wasser gibt, muss man sich eben mit einer Art Plumpsklo begnügen…

Geschlafen hab ich erstaunlich gut im Schlafsack und dem eher harten Bett (ohne Matratze, nur das Bettgestell).

Für mich war es ein super Wochenende, mit tollen Leuten um mich rum und etwas Abwechslung vom Alltag und der Einsamkeit, in der ich manchmal wieder find.

Die Rückfahrt (bei Regen) war auch ein einmaliges Erlebnis: Ein Pick-up hat uns mitgenommen, aber kein offizielles Bakkie (das heißt keine gepolsterte Ladefläche), d.h. wir standen zu acht auf der Ladefläche hinten. Haben uns krampfhaft an der Stahlkonstruktion festgehalten, während der Fahrer wie ein Irrer über die Matschpiste gerast ist. Wow, da sah man danach erstens aus wie Sau und außerdem hatte man während der Fahrt die ganze Zeit Angst, dass es einem gleich den Rucksack oder den Schlafsack weg fegt.

Zum Glück sind wir alle gesund in Manguzi angekommen und außerdem: Die Fahrt war kostenlos, also hat es sich gelohnt:)

 

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