Montag, 15. Oktober 2012

Manguzi Primary School

Teil 2 zu meiner Arbeit in Süd-Afrika:

 

Meine Woche beginnt Montags und Dienstags mit dem Unterrichten in der „Manguzi Primary School“. Hier sind Klasse 1 – 7 zu Hause und außerdem noch eine weiter Creche für die ganz Kleinen.
Ich bin vor allem in Klasse 3 tätig, helfe aber auch viel in Klasse 1,2 und 5 aus. Es gibt also viel zu tun :)

Der Tag in der Schule beginnt um 8.00 Uhr mit einer Versammlung auf dem Schulhof. Hier werden dann die Schüler begrüßt, sie grüßen die Lehrer zurück und außerdem wird oft gemeinsam gesungen und gebetet. Das ist echt ein unglaubliches Flair wenn ca. 300 Kids auf einem Haufen zusammen sind und singen! Danach wird jede Klasse in ihr Klassenzimmer entlassen und der Unterricht beginnt.
Da die Workbooks der Schüler ziemlich einfach gemacht sind und auch alles gut dargestellt ist, muss ich meistens nicht viel Unterricht vorbereiten. Schreib mir aber jeden Abend einen Zettel mit Themen und Vokabeln die neu sind und die ich vor hab mit den Kids zu machen. Liebevoll nennen sie mich alle „Miss Franziska“ und das ein oder andere mal ruft dann auch einer mal „Sugar“ in den Raum, was meistens für großes Gelächter sorgt:)
Die Schüler sind schon ziemlich laut und ich musste mich auch erst an den Lärm gewöhnen. Vor allem die Kleinen in der 1. Klasse sind meistens einfach ein unbändiger Haufen…
Ich helfe vor allem beim Geschichten lesen, sodass ihre Aussprache besser ist (der Zulu-Akzent ist wirklich schwer verständlich manchmal: teachaaaa (=teacher), seveeenty (=seventy), usw.). Deshalb läuft im Unterricht viel mit Vorsprechen und Nachsprechen ab, so sind es die Schüler gewohnt. Ich versuch aber die Schüler immer mehr dazu zu bringen auch selbstständig zu arbeiten.

Das ist manchmal gar nicht so einfach, weil es wirklich krass ist, dass manche in der 3. Klasse noch nicht richtig schreiben können oder auch lesen noch nicht flüssig läuft. Es ist manchmal also wirklich eine Herausforderungen, vor allem wenn man bedenkt, dass sie ja kaum Englisch verstehen.

Es gibt eine große „Lunch-Break“ von 10.00 – 11.00 Uhr in der es dann Essen gibt: Zwei aus der Klasse laufen mit zwei Eimern zur Küche und bringen sie voll zurück (meistens Reis oder Brei und eine Art Fleischsoße). Dann gibt es ein paar Teller die mit Tassen befüllt werden und dann wird geteilt! Besteck gibt es nicht, jeder benutzt seine Hände und fasst mal in das Teller und mal in das… Am Anfang fand ich das doch ziemlich unhygienisch, aber wenn man bedenkt, dass es für manche Kinder die einzige gescheite Mahlzeit ist, versteht man gut, dass sie da nicht so zimperlich sind.
Sonst spielen sie oft Fußball oder Fange, außerdem kommen immer ein paar Frauen aus der Stadt mit ihren Körben und verkaufen als eine Art „Kiosk“ Süßis, selbst Gebackenes usw.
Da fahren die Kinder immer total drauf ab und laufen dann alle mit Wassereis rum, dass sie aus Plastikbeutel raussupfen.

Der Schultag endet für die Schüler meistens um 14.00 Uhr, sie müssen danach aber noch Fegen, da der Sand hier einfach überall ist und auch überall hin weht. Wir Lehrer dürfen dann um 14.30 Uhr gehen.
Die Tage in der Schule sind zwar echt anstrengend, aber es ist dann auch echt toll in den Pausen mit den Älteren Schülern quatschen zu können (so gut es eben geht) und die Kleinen anzulächeln, die meistens einfach nur vor mich stehen und mich anstarren:)



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