Samstag, 13. Oktober 2012

Uuuuuurlaub:)

Die erste Woche Urlaub hab ich auch schon hinter mir:)
Vom 01. bis zum 05. Oktober waren hier Schulferien und die Zeit hab ich gleich genutzt um Irina, die zweite Freiwillige aus Deutschland in Süd-Afrika zu besuchen.
Sie ist zur Zeit in Howick zu Hause, einer relativen großen Kleinstadt in der Nähe von Pietermaritzburg, also etwas weiter im Inland.
Ich hab mich ziemlich darauf gefreut sie zu sehen, wieder etwas Deutsch zu schwätzen und einfach Erfahrung austauschen zu können – auch wenn unsere Erfahrung mit Süd-Afrika total unterschiedlich sind!
Sie lebt eher unter weißen Süd-Afrikanern und kommt vor allem bei ihrer Arbeit in der Schule mit den Zulu-Kindern in Kontakt, während ich ja eigentlich nur mit Zulus zu tun habe.
Der Apartheid-Gedanke kam mir hier noch ziemlich aktuell vor, obwohl sie ja offiziell seit fast 20 Jahren vorbei ist…
Den „Luxus" bei ihr daheim hab ich aber ziemlich geniessen können: Teppichboden, Waschmaschine, Spülmaschine, eine gescheite Dusche und schnelles Internet:)

Wir sind zweimal zu den Howick Falls (dem Wasserfall für den Howick berühmt ist) gelaufen und haben auch eine Wanderung zum Fuß vom Wasserfall gemacht, außerdem waren wir lecker Milkshake trinken und haben ein bisschen Touri-Shopping in vielen kleinen, süßen Läden unternommen. Gemeinsam haben wir dann auch echt schwäbisch gekocht (leckere Kässpätzle) und Muffins gebacken, die wir dann zur „Tea-Time" (wow, trinken die da viel Tee!) genossen haben:)
Donnerstags sind wir mit der Ethembenie-Organisation in ein Township nahe Howicks gefahren. Ethembenie versorgt hier arme Familien mit Essenspaketen und bringt ihnen außerdem den christlichen Glauben nahe. Diese Erfahrung war wirklich einmalig: Die Leute leben hier in extrem armen Verhältnissen, dass sehe ich hier zwar öfters von Weitem, aber so von Nahem hat es doch nochmal eine ganz andere Wirkung auf mich gehabt. Ich hab zum Beispiel ein kleines 2 Monate altes Baby auf dem Arm gehalten, dass nur 3 kg gewogen hat und es tat einfach weh zu sehen wie die Menschen dort leiden müssen!
Trotz allem hat man in den Gesichtern der Leute gesehen wie sie sich gefreut haben als wir gekommen sind, die Kinder sind meistens raus gerannt gekommen und haben darauf gewartet bis wir endlich die Essenspakete überreicht haben:)

Meine Heimfahrt von Howick war dann auch ein Erlebnis, das man in Süd-Afrika auf keinen Fall missen sollte: Eine Fahrt mit einem „Taxi"!
15 Menschen samt Gepäck, dicht aneinander gequetscht in einem Minibus. Ein Fahrer der die komplette 5 Stunden Fahrt durchtelefoniert hat und sich eigentlich wenig um irgendwelche Verkehrsvorschriften gekümmert hat. Musik die so laut aufgedreht ist, dass jeder Unterhaltungsversuch zwecklos ist und ich, als einzige Weiße, mitten drin (okay, ich hatte ziemlich Glück weil mir der Beifahrersitz angeboten wurde…aber trotzdem, ein einmaliges Erlebnis!).

Vor der Taxifahrt hab ich am Taxistand dann auch schon die ersten Heiratsanträge bekommen (natürlich abgelehnt;)), und Küsse von teilweise zahnlosen Männern zugeworfen bekommen (wääääh!), außerdem wurde versucht mir allerhand Kruscht anzudrehen! Ich musste echt Lachen teilweise, hab dann aber doch das Autofenster hochgekurbelt weil ich mich bisschen bedrängt gefühlt hab…
Ich wird zwar wahrscheinlich noch das ein oder andere Mal mit einem Taxi reisen müssen, mein Lieblingsverkehrsmittel wird es aber glaub nicht:)
Aber es ist extrem billig…nur 15€ für eine 5-stündige Fahrt!

Müde aber ziemlich erleichtert war ich dann schon als ich wieder sicher „daheim" in Manguzi angekommen bin und von meiner Gastmama abgeholt wurde:)

1 Kommentar:

  1. Howick - nur ein paar kilometer von meinem Einsatzort entfernt. Es ist schön von etwas zu lesen, was man selbst erfahren hat. Dennoch kann ich mich mehr mit deinen Erlebnissen in Südafrika identifizieren. Weiterhin noch viel Spaß :9

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